Über Übertourismus
Dubrovnik ist schön. Und schön voll. Und schön teuer.
Das kommt einem Schock nahe. Obwohl ich die Städte bisher extra angesteuert habe, auch um den einsamen Strecken über weite Landstrassen etwas entgegenzusetzen, so wie hier habe ich das noch gar nie erlebt. Ja, in London – da bin ich aus anderem Grund nicht allzu selten 🎶🎭 – gibt es sie auch, die vielen Touristen. Und an Hotspots ist es auch voll. Und voll teuer. Aber London wäre auch ohne Touristen schon ziemlich busy. Und nicht allzu billig wohl auch.
Dubrovnik hingegen hat eine Einwohnerzahl von etwa 40‘000. Man kommt kaum durch die Gassen, auch weil sich die Touris halt in Rudeln – so mit Fähnli vornedran und Kopfhörerli – einander durch die Gassen im Wege stehen. Und mir auch.
Und eine vernünftige Tasse Cappuccino kostet 5 €, das ist zwar weniger als in der Schweiz. Aber immer noch etwa 50% mehr als in Zadar, das nun auch nicht grad fernab vom Tourismus ist. Auf dem Land ist man für etwa 2.50 dabei.
Ein grosses Bier ist unter 8 € nicht zu haben.
Vielleicht war ich darum schon lange nicht mehr in Venedig.
Das alles heisst nicht, dass ich nicht verstehen kann, warum so viele Leute Gefallen an der Stadt finden:
Mediterran, geschichtsträchtig, schöne alte Bauten, gut erhaltene und komplett autofreie Altstadt, das türkisfarbene Meer vor der Stadtmauer, von kargen Felsen umgeben, noch schön warm im Herbst – und doch nicht Mehr heiss: Die Sonne wärmt extrem, der Luft ist allerdings die Jahreszeit anzumerken.
Dubrovnik war mal ein eigenständiger Staat (Ragusa), der – und das kommt bei jeder zweiten Kurzbeschreibung der Stadt – als erster Staat überhaupt die Unabhängigkeit der USA anerkannt hat, der schon im 15. Jahrhundert die Sklaverei und den Sklavenhandel verboten hat. Im Jugoslawienkrieg wurde die Stadt über Monate belagert und teilweise zerstört, unterdessen aber bis auf wenige kleine Reste vollständig wiederhergestellt. Wie stark dass die Altstadt betroffen war, weiss ich nicht.
So.
Ah. Und geheiratet hat man heute hier auch noch.
Und morgen weiter Richtung Süden. Fernziel die Kreuzung in Patras, wo es links Richtung Athen gehen müsste. Da geh dann mal hin.
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