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Brücken versenken und Strassen sperren

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Xylokastro/Korinth
44,6 km, 151 hm, ø21,2 km/h 

Korinth–(Megara)–Kineta
40,5 km, ca. 250 hm, ø20,3 km/h

Am Freitag kam ich kaum los. Wie verkatert. Kopfweh, sodass ich mir Kopfweg wünschte, Üble Lasst-mich-einfach-alle-in-Ruhe-Laune. Keine guten Vorzeichen für eine gute Etappe.

Dabei hatte ich nur ein Bier getrunken zum Essen am Vorabend. Aber eben wohl auch sonst den ganzen Tag zu wenig getrunken den ganzen Tag. So Gegenwind und hundert Kilometer trocknen einem bis weit ins Innere ab.

Der Entscheid, nur bis Korinth zu fahren, war darum schnell gefällt. Gut dreissig Kilometer, relativ flach alles, keine dicht befahrenen Strassen: immerhin.

Und so besserte sich meine Laune auch ein bisschen. Aus den 30 wurden dann 45, wegen eines kurzen Verfahrers, den ich zu spät bemerkte.

Ging dann in Korinth entsprechend früh ins Bett, habe nochmals nur ein Bier getrunken, dafür den ganzen Tag ganz viel Wasser. Und es hat genützt: 

Am nächsten Morgen sieht die Welt schon ziemlich anders aus. Heute gehts nach Athen, aber nur etwa die Hälfte mit dem Velo, dann will ich das mal sein lassen mit dem Indiestadtreinkomooten. 

Zuerst zum Korinthkanal, den ich wohl auf einer früheren Hauptstrasse überquere. Als ich ankomme, hat grad ein Schiff passiert, und die Brücke tauchte wieder aus dem Wasser auf. Das Konzept von beweglichen Brücken kennt man ja eigentlich, ich glaub, ich habe aber noch nie eine gesehen, die an den Grund des Kanals abgesenkt wird, um Schiffen Platz zu machen.

In der Hoffnung, dass ich den ganzen Vorgang beobachten kann, warte ich noch ein bisschen, aber der Verkehr scheint nicht sonderlich rege zu sein. Jedenfalls hat die Brücke genug Zeit in Sonne und WInd zu trocknen, bis ich dann weiterfahre.

Und die Strasse hat sicher schon bessere Zeiten gesehen. Die Fläche der Schlaglöcher, meist noch mit dem Wasser des Regens von gestern Abend gefüllt, übertrifft diejenige mit Belag, wenn auch holprigem, bei weitem. Slalom ist angesagt.

Leider führt die Radroute auf der falschen Seite der neugebauten Autobahn durch, so ist die Aussicht aufs Meer eher laut und erst noch von einem hübschen Maschendrahtzaun geschmückt.

Aus dem lieblichen Rückenwind von heute Morgen wird ein etwas mühsamer Gegenwind, aber alles fahrbar. (Ausser die etwa siebzig Meter, wo es gefühlte 31,7% bergauf geht. Das ist so zum Testen, ob man fit genug ist für die Akropolis, nehme ich an. (Ich habe den Test bestanden., und entweder morgen oder übermorgen luge ich da mal vorbei.)

Eigentlich will ich in Megara den Zug nehmen. Das sollte zeitlich grad so aufgehen, ich hätte dann doch etwa 50 Kilometer gemacht heute, und würde trotzdem einigermassen frisch in Athen ankommen. Zwischen Kineta und meinem Ziel kommt sagt mir ein entgegenkommender Motorradfahrer, dass da vorne dann gesperrt sei. Ja, wo ich denn nun durch solle? Tja, es gäbe nu r das da oben, meinte er und zeigte auf die Autobahn. 

Suboptimal.

Und ich gebe zu, da war schon was am Anfang der Strasse, so eine Art Absperrung, aber nur auf der Gegenseite, und nix Fahrverbot oder sonst so wirklich Eindeutiges.

Ich kehre also um. Kineta liegt nur ein paar wenige Kilometer hinter mir, dort gehe ich auf den Zug. Und nun bin ich also da. Athen. Von da schreib ich dann morgen oder übermorgen ein bisschen.

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Schön – trotz Gegenwind
 

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Samstag, 17. Oktober 2026

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