Selbst gefahren
Omiš–Ploce
102 km, 1177 hm, ø20,8 km/h
Nach in die Länge gezogenem Morgenkaffee gehts weiter nach Süden. Mit fotogenen Aussichten wird nicht gespart, die Strasse ist eingepfercht zwischen steil ins Meer abfallendem Abgrund auf der rechten Seite, und massigen zerklüfteten Felsen auf der linken. Immer mal wieder ein bisschen rauf, dann aber auch wieder runter, um Kurven, oben an kleinen Dörfern vorbei, mal 200 Meter gegen die Felsen rauf, dann wieder runter – ins Städtchen Donji Kričak, wo ich oberhalb auf einer Aussichtsterrasse meinen Flüssigkeitshaushalt ins Lot zu bringen versuche.
Ja, es ist warm hier. Sehr warm. So mit 27 Grad fühlt es sich an wie Sommer. So ein Sommer, wie es früher mal war. Grad noch im Bereich, wo man auf längeren Abfahrten ein bisschen abkühlen kann.
Aber mal ehrlich: Genau das wollte ich ja, dem Sommer nachfahren. So weit also gelungen.
Was ich aber auch merke: Ich habe mir viel vorgenommen. Im Moment läufts gut, aber da kommt noch was: Ich bin noch nicht in der Nähe von Athen, da stehen dann noch ziemliche Hügel im Weg. Kraft einteilen heisst die Devise. Kann ich ja: Habe ja keine Startnummer am Leibchen – wenn ich es denn überhaupt noch anhabe.
Ploče, wo ich mein Nachtlager habe, ist nun nicht grad ein Hingucker verglichen mit Šibenik oder Omiš. So ein bisschen wie Bern Bethlehem, einfach mit Meer und Hafen. Das Hinterland ist allerdings spannend mit Seen und Buchten.
Ich schreibe dann morgen weiter, wenn die Reise weiterschreibt. Und das wird sie. Ganz bestimmt.
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