Back on Track
Ogulin–Otočak
75 km, 1129 hm, ø19 km/h
So gehts besser. Gut ausgeschlafen. Das Velo etwas gepflegt. Nichts verloren. Und ganz allgemein besser gelaunt.
Die ersten gut zehn Kilometer führen Richtung Südosten, wo es dann langsam zu steigen beginnt. Aber anders als gestern, gehts heute einfach recht kontinuierlich hoch. Und das ist schon mal etwas ganz anderes als dieses Hin und Her von den vorangegangenen Etappen. Da wählt man mal einen Gang, wenns ein bisschen flacher wird, schaltet man einen hoch, wenn es steiler wird, einen runter. Und kommt so langsam in einen Rhythmus. Gestern musste ich jeweils durch das ganze Getriebe durchhebeln, damit es irgendwie vorwärtsgeht, vom zweiten in den elften und zurück in den dritten, den neunten und dann den ersten, nur um nahe beim Kirchenturm vorbeizukommen.
In zwei Abschnitten ging es bis knapp 900 Meter hoch, ohne viel Verkehr, dafür mit ein bisschen Rückenwind. Leider gabs auf der Passhöhe kein Beizli. Da wär ich gern rein und hätte mich ein bisschen ausgeruht. Stattdessen – und das ist ja auch bös ok – setzte ich mich irgendwo an einen Stein, verzehre einen grossen Birnenweggen und finde, dass die Welt grad wieder ein bisschen netter ist zu mir als gestern. Aber es zieht ziemlich, da oben. Und kühl ist es heute auch noch grad.
Für die Abfahrt montiere ich die warme Jacke – die habe ich ja noch – und sogar die Handschuhe. Zuerst habe ich den Gedanken, dass das nun ein bisschen Overkill sei. Doch, als ich bergab rausche, bin ich dann überzeugt, dass das das (!) Richtige ist.
Weiter geht es recht flache zwanzig Kilometer, hübsch mit dem Wind im Rücken. Was dann aber auch mal ein Ende hat. Erstens dreht der Wind – die Wolken scheinen immer noch in meine Richtung zu gehen, aber auf der Strasse unten fühlt es sich definitiv anders an. Zweitens ist es eben fertig mit eben.
Noch ein bisschen auf und ab, am Schluss nochmals ziemlich rauf und nur ein kleines bisschen runter auf Otočac, wo ich heute eine coole Zweizimerwohnung mein Eigen nennen darf und wohl bald mal ins Bett falle.
Einen wesentlichen Beitrag zur besseren Laune auf dem Velo leistete ich aber auch selbst mit Velopflege gestern Abend. Ich nervte mich gestern während des Fahrens riesig über das Knarzen des Riemens. Die Geräusche deuten zwar nicht auf etwas Schlimmes. Aber sie gehen auf den Senkel. Wenn eine Kette quietscht, macht man sich daran, sie zu putzen und dann wieder zu ölen – so eine Viertel- bis eine halbe Stunde Arbeit.
Beim Riemen ist es halt eben recht viel einfacher. Knapp fünf Minuten: Zwei Bidons voll Wasser reichen, um den Staub abzuspülen, und heute läuft das Teil wieder butterweich.
So läss.
Apropos weich: Eben, bin müde und habe fertig.
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