Glückliche Kühe und unglückliche Kunden
Schön, meist leicht bewölkt
(36 km)
Nach dem meteorologischen Tiefschlag von gestern konnte es heute eigentlich nur besser werden. Und wir nutzten diese Gelegenheit für unseren letzten Tag in Europa: Dagmar machte das Städtchen und den Strand unsicher, während Didi eine kurze Tour der Küste nach geplant hatte – sie wurde kürzer als geplant, aber nicht weniger schön.
Nach dem gemeinsamen Frühstück in einer sympathischen Konditorei brachen wir auf. Dagmar holte nach, was sie gestern ausgelassen hatte wegen des schlechten Wetters. Den zugegebenermassen sehr kurzen sonnigen Abschnitt hatte sie nämlich im Zimmer mit wenig Aussicht verpasst, weil sie sich etwas ausruhen hatte wollen. So hatte sie heute noch einiges an Entdeckungslust zu befriedigen.
Didi wollte dagegen rausfinden, ob der Weg der Küste nach für gepäckbefrachtete Velos tatsächlich so unpassierbar ist, wie wir vermutet hatten, und fuhr zurück Richtung Zahara de los Atunes. Zuerst führte die eingetragene Veloroute ganz passabel auf einer Holzpiste dem Strand nach. Und wie geplant ging's dann für ein paar Kilometer auf die Hauptstrasse zurück. Dann wäre da eigentlich wieder ein Weg der Küste nach eingetragen auf der Karte. Doch der führte zuerst mal in einen Garten. An drei bellenden und nicht wirklich angegurteten Hunden vorbei. Hunde sind ja sowieso schon mal so eine Sache. Und dann erst mit dem Liegevelo! Erstens hat man den ganzen Körper so richtig schön in Reichweite. Und zweitens – so viel haben wir auf dieser Reise begriffen – finden Hunde Liegevelos so richtig lustig. Vor allem wenn man pedalt, fühlen sie sich glaub wohl bedroht, oder sie kennens einfach nicht, oder dann bellen sie, weil sie vor Schreck vergessen haben, was sie eigentlich sonst noch tun wollten. Jedenfalls bellen sie meist erst, wenn das Liegevelo in Sichtweite ist. Das alles allerdings viel weniger ausgeprägt, wenn die Pedale ruhig stehen.
Als der Garten dann fertig war, war der Weg sozusagen auch fertig. Und Didi machte es total fertig, dass er nun also zurück musste. Nochmals an den Hunden vorbei, für die jetzt aber fertig lustig war, wie man sich das wohl ja denken konnte.
Es lief dann alles glimpflich ab.
Und zum Schluss noch dies: Da gibts einen Zug von Mailand über Brig nach Baden. Sowohl für uns wie auch für die Velos müssen wir reservieren. Geht nicht auf der werten SBB-Homepage. Also anrufen. Sehr hilfsbereit läuft das alles ab. Nur: Mailen kann er die Tickets nicht. Und abholen muss man sie in der Schweiz. Super! Am besten wärs, wir würden das bei Trenitalia machen. Und dann in Milano die Tickets am Schalter abholen gehen. Auch die Dame von Trenitalia am Telefon: hilfsbereit. Aber man könne – mi dispiace! – keine Veloplätze reservieren. Das müsse man halt an einem Bahnhof tun. Herrgotthimmeldonnerwetter. Man bietet doch nicht reservationspflichtige Verbindungen an, die man nicht reservieren kann, wenn man nicht zu Hause sitzt oder im betreffenden Land ist. Das ist ja so richtig chübelblöd.
Morgen verlassen wir Europa für einen Moment, ihr habt also sturmfrei.