112 km,960 m obsi, 1400 nedsi, ø22 km/h

Hello!!!

Etwa um halb fünf muss am Morgen muss es gewesen sein, hatte irgendeinen komischen Traum. Und schreckte auf, da am Zelt gerüttelt wurde. Zuerst, „Ja, ich komme.“, dann auf Englisch, auf Italienisch geht das nicht, so halbwach.

Öffnete also den Reisverschluss des Zelts, und da war: nichts. Alles ruhig.

Abgesehen davon habe ich aber ganz gut geschlafen. War selbst ein bisschen erstaunt darüber.

Campingplatz in Tarvisio

Um halb sieben baute ich in aller Früher-Sonntagmorgen-Ruhe das Zelt ab – das brauchte ein bisschen Zeit – und dann pedalte ich mit nüchternem Magen an die Hautpstrasse der Stadt. Ich hatte noch leise Zweifel, dass an einem Sonntag zwischen sieben und acht Uhr schon was offen hat. Aber da war was: Un Caffè Bar, wie sie in jedem Italienreiseführer vorkommen. Succo di Arancia ed un panino caldo con prosciutto e formaggio. E dopo un Cappuccino con briosce. Per dessert un caffè liscio.

Und so fühle ich mich dann auch bereit, auf den Sattel zu sitzen. Durch enge Schluchten gehts auf einer alten Eisenbahnlinie hoch, durch herbstliche Kühle, den Nebel kann man riechen, der Sonne entgegen – und wohl zur Grenze, die überhaupt nicht sichtbar war. Auf jeden Fall war ich auf einmal in Slowenien – und es ist bald mal wieder eine Kaffeepause fällig. 

Ich gerate dann noch zmitzt in eine Laufveranstaltung, mit der die Velofahrer den Veloweg teilen müssen. Auch noch schön, im Dorf bei der Zwischenzeit Applaus zu kriegen. 

Und es läuft rüdig schnell. Immer leicht bergab, guter Belag, kein Wind oder leichter Rückenwind. Durch Wälder und dem Flüsschen nach, über Felder um leichte Kurven. Wer selbst gern Velo fährt, kennt das Feeling. Und auf einmal das da – Moment mal, das war nicht im Kleingedruckten für heute. 

Vertragsbrüchige Abfahrt

Der Gegenwind machte sich auch wieder bemerkbar, so gegen elf Uhr schon recht deutlich. Aber mit dem rechne ich ja unterdessen auch ein bisschen. Das Tal öffnet sich mehr und mehr. 

Nach ein paar kleinen Anstiegen und etlichen Kilometern übers Land Fahren befinde ich mich auf der Einfallachse zu Ljubljana: mehrspurige Strasse, viele Kreuzungen und ein holpriger Veloweg, der eben leider nicht so wirklich am Arsch vorbeigeht. 

DIe lange Einfahrt zieht sich. Auf einmal bin ich jedoch mitten im Zentrum, lasse mich von Google Maps noch zum Hostel führen. Schon noch praktisch so.

Dafür kommen jetzt auf allen Kanälen Videos über Slowenien. So erkauft man sich heute die Orientierung. Selbst schuld, wenn man sich darauf einlässt. Dafür bin diesmal in einer recht zentralen Unterkunft. Und wer weiss, vielleicht gehe ich ja morgen mal schwimmen.