Athen
Ums gleich vorwegzunehmen: Ich bin nicht zur Akropolis gegangen. Die Schlangen vor weit weniger famosen Überreste unserer identitätsstiftenden Kultururahnen sind schon so lange, dass wohl gar nichts mehr steht, bis man dran ist –, oder man muss sich bei der Information anstellen, um rauszufinden, für was man vorher angestanden ist. Und das dauert wohl so lange, dass man nicht mehr weiss, was man fragen wollte, weil es den anderen ja auch so geht.
Ich geniesse also einigermassen ruhige Tage hier in der Stadt der Götter und Göttinnen. Ausschlafen. Zufrieden einen Zmorgekafi geniessen.in meiner temporären Dreizimmerwohnung. Wobei: Nach dem ersten Duschen stieg einiges an Elektrischem aus. Die Sicherungen sind zwar alle noch drin, aber Boiler heizt nicht mehr, Und das Licht in Bad und Schlafzimmer tut nicht.Eigentlich hätte heute ein Elektriker kommen sollen. Aber der ist wohl am Anstehen irgendwo.
Macht nicht so viel: Heute konnte ich noch lauwarm duschen, draussen scheint dann ja irgendwann mal die Sonne, und das Schlaf- und das Badezimmer sind übersichtlich genug, um sich im Dämmerlicht vom Gang zuchrechtzufinden
Am Samstag und am Sonntag war Athen voll. Heute wars ruhiger. Ich schlenderte mich so druch die Strassen, geniesse den Spätsommer hier, inspiziere den Markt und den Flohmarkt, wo viele Sachen angeboten werden, die eben schon noch cool wären. Ist halt einfach so eine Sache, einen schönen alten Kronleuchter in die Velotaschen zu verpacken.
Zum Trost gönne ich mir halt einen Kaffee. Oder sonst was. Lasse die Bilder meiner Reise Revue passieren, und diese Reise, die geht am Mittwoch in die letzte Etappe: zumindest teilweise mit dem Velo zurück nach Patras – aus Athen raus nehme ich sicher wieder den Zug.
Am Dienstagmorgen nahm ich mir dann vor, doch noch zur Tempelanlage hochzusteigen. Da kam dann einfach eine hinter mir ins Schloss fallende Apartmenttür dazwischen – was nicht so schlimm gewesen wäre, wäre nicht eben diese Tür zwischen mir und dem Schlüssel gewesen. Das dauerte dann eine ganze Weile, bis dieses Hindernis behoben war, und da ich am Nachmittag ein bisschen für die Zeitung arbeiten musste, fiel der Plan halt ins Wasser.
(Der Text wurde mehrheitlich am Montagabend verfasst, schafft es wegen fotografischer Unpässlichkeit.)